Bio bei Pflanzen - Keine Gentechnik bei Bio

Die biologische Landwirtschaft verzichtet komplett auf Gentechnik. Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und Erzeugnisse, die aus GVO erzeugt wurden, sind mit dem biologischen Produktionskonzept unvereinbar.

 

Das ist auch gesetzlich verankert, im Artikel 9 der EU-Bio-Verordnung (EG) Nr. 834/2007: „GVO und aus oder durch GVO hergestellte Erzeugnisse dürfen nicht als Lebensmittel, Futtermittel, Verarbeitungshilfsstoff, Pflanzenschutzmittel, Düngemittel, Bodenverbesserer, Saatgut, vegetatives Vermehrungsmaterial, Mikroorganismus oder Tier in der biologischen Produktion verwendet werden.“

 

Das bedeutet die Tiere dürfen nur mit gentechnikfreien Bio-Futter gefüttert werden, es wird kein gentechnisch verändertes Saatgut verwendet und es werden keine gentechnisch veränderten Tiere gehalten. Auch in der Verarbeitung findet Gentechnik keinen Platz, weder als Hilfsstoff noch als veränderte Mikroorganismen.

 

Gentechnik-Grenzwerte

Auch wenn in der Bio-Landwirtschaft ein klares Verbot an Gentechnik herrscht, kann man eine minimale Kontamination nicht ausschließen. Die biologische Landwirtschaft findet nicht in einem abgetrennten Raum statt, sondern ist eingebettet zwischen anders wirtschaftenden Betrieben. Durch Wind(Pollenflug), Insekten(Bienen) und andere Faktoren kann es zu Berührungspunkten mit gentechnikveränderten Organismen kommen. Darum ist die maximale Rückstandsgrenze bei 0,9 % nach gesetzlichen Bestimmungen angelegt. Diese Grenze wird jedoch nur toleriert, wenn die Kontamination zufällig und technisch unvermeidbar zustande gekommen ist.  Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Kontamination, verursacht durch unkontrollierten Pollenflug, Bienenflug, und Verunreinigungen durch Transport und Lagerung, nur selten einen Grenzwert von 0,1% überschreitet (Axmann, 2018).

 

Info: Was ist Gentechnik? Die Gentechnik befasst sich mit der Isolierung, Charakterisierung und Neukombination von Erbmaterial (DNA). Als „gentechnisch verändert“ werden Organismen bezeichnet, wenn ihre Erbsubstanz in einer Weise verändert wurde, die in der Natur nicht vorkommt. Grüne Gentechnik bezeichnet die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor (uni-bielefeld.de Wissenschaft öffentlich).

 

1996 wurden erstmals gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, bis 2012 hat sich die Fläche von null auf ungefähr 170 Millionen Hektar vergrößert. Die Hauptanbauländer von gentechnisch veränderten Pflanzen sind USA, Brasilien und Argentinien. Sojabohne führt das Feld der GV-Pflanzen mit 49% an, es folgt der Mais mit 30%, Baumwolle mit 14% und der Raps mit 5% (James, 2010, Siehe Axmann 2018, Folie 22).  In der EU werden sehr wenig GV-Pflanzen angebaut. Die Nutzung von GV-Pflanzen konzentriert sich hauptsächlich auf Spanien, hier wird vor allem gentechnisch veränderter Mais angebaut. Es werden jedoch in der konventionellen Landwirtschaft GV-Futtermittel aus Übersee zugekauft.

 

Literaturverzeichnis
EU-Verordnung (EG) Nr. 834/2007
James (2010) Siehe Axmann (2018): European Regulatory Framework for Organic Production. Folie 22. Universität für Bodenkultur.
Axmann (2018): European Regulatory Fremawork for Organic Production. Universität für Bodenkultur.
uni-bielefeld.de (s.a.): Definition Gentechnik. Wissenschaft öffentlich. (24.05.2018)

 

Haftungsausschluss

"Der Inhalt dieser Veröffentlichung gibt allein die Meinung des Autors wieder, der allein für den Inhalt verantwortlich ist. Die Europäische Kommission haftet nicht für die etwaige Verwendung der darin enthaltenen Informationen."

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