Bio-Höfe gibt es auch rund um Wien?

Heute ging es trotz strömenden Regens los zu einem Bauernhof in der Nähe von Wien. Bei diesem Betrieb handelt es sich um einen Bio-Hof von Herrn Schabbauer, der sich in den letzten Jahren hauptsächlich auf den lokalen und regionalen Absatz spezialisiert hat. Vor einigen Jahren herrschte auf dem Hof noch reger Betrieb – damals mit mehr als doppelt so vielen Angestellten. Heute ist es ruhiger geworden. 2018 hat sich Herr Schabbauer entschlossen, den Hof zu verkleinern und einige Bereiche wie z.B. die Milchwirtschaft aufzugeben, um den Fokus auf das zu legen, was für ihn am wichtigsten war: das Wohl der Tiere. Bei einem kleineren Betrieb, meinte er, bleibt einfach mehr Zeit, um auf jedes einzelne Tier zu achten.

 

Am erstaunlichsten fand ich, dass sich der Bio-Bauer dazu entschieden hat, seinen Hof zu verkleinern. Dass er einen Schritt zurück gemacht und seinen Fokus wieder auf das für ihn Wesentliche gerichtet hat. Er setzt in einer Zeit, in der primär das Wachstum zählt und alles immer schneller wird, auf bewusste Reduktion. Das ist etwas, das ich mir zukünftig auch selbst mehr zu Herzen nehmen will.

 

Ein Stier auf Sommerfrische

Tierwohl steht für Herrn Schabbauer generell im Vordergrund. Auf seinem Betrieb haben alle Tiere, wie es die Bio-Verordnung vorsieht, ausreichend Platz, sowohl im Stall als auch draußen. Durch die offenen Laufstalltüren können sie je nach Belieben hinein und hinaus. Genauso ist es bei den Hühnern und den Schweinen. Auch wenn die Muttersau mit ihren drei Wochen alten Ferkeln es vorgezogen hat, im Stall auf dem warmen Stroh zu liegen. Im Gegensatz zu der Herde von schottischen Hochlandrindern, die bei jedem Wetter am liebsten draußen steht. Aber die haben halt auch ein dickes Fell. Wen ich heute nicht antraf, war der Stier. Er war auf „Dienstreise“ bei einem anderen Bio-Hof, um dort für Nachwuchs zu sorgen.

 

Nicht nur die Haltungsbedingungen haben mich beeindruckt, sondern auch, dass der Landwirt direkt am Hof schlachtet. Das garantiert den kürzesten Weg und den geringsten Stress für die Tiere. Viele der Produkte werden dann direkt auf dem Hof verarbeitet, die restlichen kommen zu Partnerbetrieben in unmittelbarer Nähe. Zu kaufen gibt es die regionalen Schmankerln im hofeigenen Bioladen oder dem gekühlten 24/7 Bio-Automaten. Da kann man sich auch sonntags für eine spontane Grillerei Würstel holen – oder eine frische Milch fürs Frühstück.

 

Apropos Essen – zum Glück geht es heute Abend zu einem Bio-Wirten, da schaue (oder schmecke) ich, was Bio kulinarisch so alles kann. Wenn du auch einmal einen Bio-Hof in deiner Nähe besuchen möchtest, schau doch auf https://www.bio-austria.at vorbei. Dort findest du Bio-Betriebe in ganz Österreich, bei denen du selbst vorbeischauen kannst, um dir ein eigenes Bild zu machen.

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