Bio in der Gastronomie

Nach wie vor ein Nischenthema – aber nicht zu Recht. Mittlerweile ist jedes zehnte im Supermarkt gekaufte Produkt Bio, bei den Rohstoffen in der Gastronomie sieht es noch anders aus. Hier sind erst wenige Prozent der eingesetzten Rohstoffe Bio. Dennoch gibt es sie, die Gastronomiebetriebe, bei denen Bio ganz weit oben steht. Einen davon konnte ich im Rahmen der Bio-Aktionstage Blogger-Tour besuchen.Gesprochen habe ich mit Frau Kolarik, die mit ihrem Gastronomiebetrieb schon seit 2001 Schritte in Richtung Nachhaltigkeit setzt und letztes Jahr die Bio-Gastro-Trophy gewonnen hat. Für sie ist Bio kein Trend, sondern die Zukunft der Branche und dementsprechend war eine Umstellung auf Bio eine Selbstverständlichkeit. Bei der Umstellung stellten sich ihr einige Herausforderungen. Zunächst war das der Mangel an Produkten in Bio-Qualität. Doch nach und nach ließen sich auch die überwiegend regionalen ProduzentInnen ins Boot holen. Viele ProduzentInnen waren gewillt, Bio-Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen, wenn sie dafür eine Abnahmegarantie bekamen.

Für Frau Kolarik hat sich ihr Engagement ausgezahlt. Die Gastronomin ist überzeugt, dass sich die Qualität ihrer Produkte verbessert hat. Dass ihre Speisen einfach besser schmecken als früher, hört sie immer wieder – ihre Antwort darauf ist immer: „Das ist halt alles Bio.“

 

Die genussvolle Reduktion auf das Wesentliche

Vom Geschmack der saftigen Bio-Stelze konnte ich mich selbst überzeugen – neben der Stelze habe ich allerdings auch einige spannende Themen von führenden Bio-ExpertInnen Österreichs serviert bekommen. Und auch hier ging es um Nachhaltigkeit.

Was versteht man unter Nachhaltigkeit nun genau? Ich habe mit Thomas Weber, Herausgeber von Biorama, über Nachhaltigkeit gesprochen. Er beschäftigt sich von klein auf mit Bio und nachhaltigem Lebensstil und hat durch die Geburt seines Sohnes den neuerlichen Anstoß bekommen, unsere jetzige Welt zu hinterfragen. Durch die Recherche für seine Bücher kam er mit Bio-LandwirtInnen in Kontakt, die ihn inspiriert haben – einer davon der Apfelbauer Fritz Prem. Seine Recherchen aus den Gesprächen mit Fritz Prem hat er in die Apfel-Geschichte für den Deutsch-Unterricht in 4. Klassen verarbeitet. Sie kommt in unserer laufenden AMA-Bio-Volksschulaktion zum Einsatz und kann hier heruntergeladen werden: https://bioinfo.at/downloads/ama-bio-volkschulaktion

 

Nachhaltigkeit ist für Thomas Weber die „genussvolle Reduktion auf das Wesentliche“. Als Gesellschaft, sagt er, kommen wir nur durch Reduktion zur Nachhaltigkeit. Fortschrittliche Technologien allein werden uns seiner Meinung nach langfristig nicht retten können – es wird auch um ein „Weniger“ gehen müssen. Die Kunst ist, das Maß zu finden, in dem man selbst Lust am Leben hat, ohne dass jemand anderer darunter leiden muss. Er selbst sieht zum Beispiel einen Weg, indem man Fleisch generell weniger, aber dafür dann in höherer Qualität genießt.

 

Nach diesem netten Abend ist nicht nur mein Bauch voll, sondern auch mein Kopf gefüllt mit spannenden Inputs. Ob ich Bio in einem blinden Geschmackstest herausschmecken könnte, weiß ich nicht, aber zumindest kann ich mir sicher sein, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet zu haben. Und das sehr genussvoll.


Nachhaltig geht es in meiner Tour weiter. Ich kann auf mein Honigbrot zum Frühstück nicht verzichten. Aber gibt es Bio-Honig oder Bio-Bienen? Diesen Fragen gehe ich als Nächstes nach und begebe mich auf die Suche nach den Bio-Bienen in Wien.

AMA-Biosiegel"

BIOinfo

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