Mei woar des schee!

So schnell vergeht die Zeit. Mein Bloggermonat ist leider schon zu Ende. Ich habe auf meiner Reise durch Österreich gesehen wie vielschichtig Bio sein kann. Inzwischen steht Bio bei mir für innovative Betriebe und interessante Persönlichkeiten.

 

Meine persönlichen Tour-Highlights

 

Es fällt mir schwer einen Favoriten herauszupicken. Alle Betriebe waren sehr interessant. Dennoch gibt es da etwas, das mich ganz besonders fasziniert hat. Und zwar das Computerspiel, bei dem man seinen eigenen Garten bewirtschaftet und am Ende das Bio-Gemüse nach Hause bekommt. Das zeigt, dass Bio wirklich im 21. Jahrhundert angekommen ist.

 

Besonders spannend fand ich außerdem, dass die fleißigsten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Biobauern oft unsichtbar bleiben. Sie arbeiten meist unterirdisch, manche von ihnen leisten aber auch einen wertvollen Beitrag an der Erdoberfläche. Die Rede ist natürlich von den Nützlingen. Hier ist vom Regenwurm über Mikroorganismen bis zum Huhn jeder im Einsatz für die Bio-Landwirtschaft – z.B. die Apfel- und Kirschhühner aus der Steiermark, die Schädlingen ganz natürlich den Garaus machen.

 

In Salzburg besuchten wir ein Bio-Biergut, welches alle Produktionsschritte in die eigene Hand genommen hat und so einen vollständigen Kreislauf auf dem eigenen Hof hat. Die Produktion beginnt in der Erde – auch hier sind Nützlinge ein wichtiges Thema - und endet als fertiges Produkt in der Flasche. Alles ohne die Notwendigkeit des Zukaufs von externen Rohstoffen.

 

Ein letztes Highlight noch: Wir haben fast die gesamte Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt und ich war wirklich überrascht, wie gut das funktioniert hat. Auch in kleine Dörfchen in entlegenen Winkeln in Tirol kommt man problemlos öffentlich hin. Das finde ich nicht nur praktisch, sondern auch super, wenn es im Sinne der Nachhaltigkeit um möglichst geringen CO2-Ausstoß geht.

 

Nachhaltig on Tour

 

Nachhaltigkeit war auf der Tour klarerweise ein großes Thema. Bio-Betrieben liegt die Nachhaltigkeit, ein zentrales Element der Bio-Landwirtschaft, natürlich sehr am Herzen. Der Mut, neue Dinge auszuprobieren und den gewählten Weg mit Leidenschaft zu gehen – das sind Eigenschaften, die alle der besuchten Bio-Bauern und Bäuerinnen mitgebracht haben. Natürlich wird nicht einfach nur irgendetwas probiert – es werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und alte Weisheiten, die man schon längst vergessen hatte, zur innovativen Lösung verschmolzen. Ein Betrieb, der mir diesbezüglich besonders in der Erinnerung geblieben ist, ist das große Bio-Obstlager in der Steiermark. Hier konnte mit dem Einsatz modernster Technik der Wasserverbrauch um 95% gesenkt werden. Aber auch die vielfältigen Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zum Aufbau einer Humusschicht in vielen Betrieben fand ich sehr spannend.

 

Bio funktioniert überall

 

Ein weiteres Highlight war für mich der Besuch bei der (Bienen-)Königin und ihrem Hofstaat auf den Dächern Wiens. Ich hatte keine Ahnung, dass Bio auch in der Großstadt möglich ist. Wenn ich von der Tour eines mitgenommen habe, dann, dass Bio wirklich überall funktionieren kann, wenn man mit Herz bei der Sache ist. Auch wenn es manchmal gar nicht einfach ist. In Wien haben wir nicht nur den Bio-Imker besucht, sondern auch einen sehr großen Bio-Gastronomiebetrieb im Prater. Auch hier klappt es mit Bio reibungslos.

 

Wer jetzt vermutet, dass Bio nur dann geht, wenn die ideale Infrastruktur vorhanden ist, der irrt sich. Auch auf der Rax, auf über 1.800m gibt es Bio-Gastronomie. Außer mit Seilbahn und Hubschrauber gibt es keine Möglichkeit, Produkte auf den Berg zur biozertifizierten Almhütte zu bringen. Möglich ist Bio auf dem Berg trotzdem. Die Hütte ist der Beweis.

 

Bio funktioniert überall und es funktioniert auch in Betrieben aller Größen. In Tirol haben wir eine verhältnismäßig kleine Käserei besucht, in Kärnten eine richtig große. Beide produzieren Bio-Produkte und bei beiden funktioniert es wunderbar. In beiden Molkereien konnte ich sehen, wie stark Bio regional verankert ist. Beim Almabtrieb ziehen die stolzen Bauern mit ihren geschmückten Kühen an einem vorbei und man weiß plötzlich ganz genau, von wem der Käse kommt, den man in der kleinen Molkerei ums Eck bekommt. Im großen Maßstab ist es zwar auf den ersten Blick vielleicht nicht so offensichtlich, aber auch hier weiß ich jetzt, dass ein kleines bisschen Milch von unseren eigenen Kühen mit dabei ist, wenn ich im Supermarkt ums Eck eine Bio-Milch kaufe.

 

Bio ist außerdem generationenübergreifend. Der von uns besuchte Bio-Betrieb in Niederösterreich bietet immer wieder Führungen für Schulklassen an. Dort können Kinder einen Bezug zur Landwirtschaft bekommen und lernen, was Bio bedeutet. Auch die Volksschulaktion, die im Rahmen der diesjährigen Bio-Aktionstage stattgefunden hat, war ein voller Erfolg.

 

Ein Dankeschön, das von Herzen kommt

 

Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die uns auf und in ihren Betrieben so herzlich und offen empfangen haben. Ich habe wahnsinnig viel Neues auf der Tour gelernt, und Bio aus einem ganz neuen Blickwinkel gesehen.

 

Das schönste Geschenk, das man jemanden geben kann, ist Zeit. Wir sind alle sehr dankbar dafür, dass sich so viele Produzenten und Produzentinnen Zeit genommen haben, uns bei sich zu begrüßen, und uns zu zeigen, was Bio für sie bedeutet.

 

Was ich mir von der Tour mitnehme ist, dass Bio nicht vom Standort abhängig ist. Es sind die Menschen, die Bio zu dem machen was es ist – eine moderne, innovative und nachhaltige Produktionsweise, die mit Leidenschaft gepflegt wird.

 

Ich hoffe, ihr hattet beim Eintauchen in die Bio-Welt genauso viel Spaß wie ich und habt einen kleinen Einblick bekommen, was Bio ausmacht.

 

Auf bald, eure

Bio-Bloggerin Steffi

AMA-Biosiegel"

BIOinfo

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