Bio bei Tieren - Schafe und Ziegen

Über 50% der Ziegen in Österreich sind Bio-Ziegen und auch bei den Schafen sind es 28%. Prinzipiell stellen die Schaf- und Ziegenhaltung eher eine Nische in der österreichischen Landwirtschaft da. Die Ziegenhaltung gewinnt jedoch immer mehr an Bedeutung. Die Nachfrage nach Ziegenmilchprodukten steigt. Schafe und Ziegen eignen sich besonders für die Weidehaltung, da sie aufgrund ihres geringen Gewichtes den Boden wenig Schaden zu fügen. Sie leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege (Bioaustria, s.a.).

 

Schafe und Ziegen zählen zu den ältesten Nutztierrassen. Bereits 9000 v. Chr. wurden die Tiere zuerst in Arabien und 1500 Jahre später auch in Europa genutzt (FIBL, 2014). Die Wolle der Schafe war im Mittelalter vor allem für Bekleidung ein wichtiger Rohstoff (FIBL, 2014). Lange Zeit galt die Ziege auch als „die Kuh des armen Mannes“ (oekolandbau.de, 2017).

 

Tierernährung

Schafe und Ziegen sind Wiederkäuer, gleich wie die Kuh. Das bedeutet die Tiere würgen bereits gefressene Nahrung in kleinen Portionen wieder hoch und kauen sie erneut. Es werden vor allem Pflanzen (Gräser und Kräuter) verwertet, die für den Menschen nicht geeignet sind. Weidegang, Heu und Stroh reichen als Futtermittel für die Tiere aus (oekolandbau.de, s.a.). Bei laktierenden (milchgebenden) Tieren kann, um die Leistung zu erhöhen, zusätzlich mit Kraftfutter ergänzt werden. Mineralstoffe und Salze können noch zu gefüttert werden. Das Futter muss zu 100% Biofutter sein. Lämmer und Kitz haben ein Mindestsäugezeit von 45 Tagen mit Muttermilch oder natürlicher Milch (LKÖ, 2016).

Den Tieren sollte ein ständiger Zugang zu frischem, sauberen Wasser gewährleistet sein. Auch das Tier- Fressplatzverhältnis darf bei einer ganztägiger Futtervorlage 2,5:1 nicht überschreiten.

 

Tierhaltung

Schafe und Ziegen eignen sich bestens für eine Weidehaltung. Die Tiere können auf der Weide ihrem arttypisches Verhalten nachgehen. Unwegsameres Gelände kann ebenso zur Weidehaltung dienen und dadurch gut bewirtschaftet werden. Die Fütterung ist einfach, das Weidegras schmackhaft und kostengünstig.  Es kann jedoch bei der Weidhaltung zu einer Verminderung der Leistungsfähigkeit kommen (Bioaustria, s.a.).

 

Die Tiere sollten in Gruppen gehalten werden, da sie von Natur aus Herdenstrukturen bilden. Die Anbindehaltung ist verboten, nur bei Einzeltieren in Sonderfällen ist dies erlaubt. Der Stallboden in Bio-Betrieben muss trittsicher sein und mindestens 50% planbefestigt (keine Spalten). Ausreichend Liege-/Ruheflächen mit Einstreu müssen für alle Tiere zur Verfügung stehen.

 

Produkte von Schaf und Ziege

Schafmilch und Schafkäse sind zwei wertvolle Lebensmittel mit einem hohen Nährwert und einer leichten Verdaubarkeit. Schaffleisch ist ebenso besonders bekömmlich. Besonders beliebt ist das Lammfleisch (Naturpark Rechberg, s.a.). Ziegenmilchprodukte wie Ziegenmilch, Ziegenkäse oder auch Ziegeneis sind eine geeignete Alternative für jene, die Kuhmilch nicht vertragen. Kitzfleisch gilt als Delikatesse und verfügt über einen ausgeprägten Eigengeschmack (Ziegenzucht-bayern.de, s.a.). Der Selbstversorgungsgrad liegt bei Schaf und Ziege bei ca. 75% (Grüner Bericht, 2017).

 

Literaturverzeichnis

FIBL (2014): Merkblatt Bioschafwolle.

Oekolandbau.de (s.a.): Internetlink

Grüner Bericht, 2017

Naturpark Rechberg (s.a.): Produkte der Schafe.

Bioaustria (s.a.): Internetlink

LKÖ (2016): Schaf und Ziegenhaltung am Bio-Betrieb

 

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