Bio-Landwirtschaft - 4 Argumente für die Umwelt

Der Wert der Vielfalt

Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens. Biodiversität gibt es auf drei Ebenen: Artenvielfalt, genetische Vielfalt und Vielfalt der Ökosysteme. Eine höhere Biodiversität kann z.B. in der Pflanzengemeinschaft entstehen. Viele gefährdete Pflanzen bevorzugen magere Wiesen und können sich auf stark gedüngten und oft gemähten Wiesen kaum behaupten. Der Anteil der extensiv bewirtschafteten Wiesen ist im Biogrünland höher.  Hohe Düngergaben in Form von chemisch-synthetischen Düngemitteln sind in der Bio-Landwirtschaft nicht erlaubt, stattdessen werden organische Düngemittel eingesetzt, was wiederum die Bodenlebewesen fördert. Das Bodenleben wird ebenso durch bodengesunde und vielfältige Fruchtfolgen unterstützt. Auf Bio-Flächen ist der Artenreichtum an Insekten höher. Das hat mehrere Ursachen, zum einen verzichten Bio-Landwirte auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, zum anderen gibt es allgemein einen höheren Anteil an naturnahen Flächen. Auch der Anteil an wertvollen Nutz- und Ökoflächen ist höher, welche wiederum einen Lebensraum für Vögel und andere Nützlinge bieten und so die Vielfalt der Ökosystemflächen steigern (FIBL, 2009).

Die Erhaltung der genetischen Vielfalt ist ein wichtiges Ziel in der Bio-Zucht (EU-Bioverordnung 834/2007). In der Bio-Landwirtschaft sind häufiger alte, schon fast vergessene Rassen anzutreffen, genauer gesagt liegt der Anteil an gefährdeten Nutztierrassen in Bio-Betrieben bei 10% und ist wesentlicher höher als in der konventionellen Landwirtschaft mit nur 3% (BMNT, 2017).

 

Luft - Klima

Die Landwirtschaft ist ein wesentlicher Mitverursacher des Klimawandels, zugleich ist sie aber auch im besonders hohen Maß von den Folgen betroffen. Weltweit wird von der Landwirtschaft 13% aller CO2-Emissionen freigesetzt. Besonders hoch ist auch der Anteil der Gesamtemission bei Methan (CH4) und Lachgas (N2O), welche eine vielfach stärkere Klimawirkung haben als CO2 (Methan ist 23mal klimawirksamer und Lachgas 296mal als CO2) (Schaller und Weigel, 2007). Doch wie sieht es mit der Bio-Landwirtschaft aus? Die Bio-Landwirtschaft hat viele Vorteile, welche auf eine klimafreundlichere Produktionsweise hindeuten.

  • Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und mineralischen Stickstoffdüngern ist verboten. Die Herstellung dieser Mittel ist sehr energieintensiv und durch ihren Einsatz wird Lachgas freigesetzt. Die Bio-Landwirtschaft hat somit eine bessere Energiebilanz und geringere Lachgas-Verluste je ha (Köpke und Haas, 1995).
  • Je Fläche hat die Bio-Landwirtschaft einen geringeren Tierbesatz, was ebenso die Klimawirksamkeit vermindert.
  • Die Futtermittel in der Bio-Landwirtschaft sollten möglichst vom eigenen Betrieb bzw. aus der Region stammen. In der konventionellen Landwirtschaft stammen 30% des Kraftfutters aus Übersee, dadurch ergeben sich längere Transportwege.
  • Humus: Der Humus besteht aus vielen organischen Kohlenstoffverbindungen und fungiert so als eine wichtige CO2-Senke. Die Bio-Landwirtschaft setzt gezielt Maßnahmen, um den Humus aufzubauen und zu fördern. Sei es durch eine abwechslungsreiche Fruchtfolge mit einem hohen Anteil an humusmehrenden Pflanzen, das Einbringen von Mist und Kompost in den Boden oder durch das Einarbeiten von Ernterückständen (FOODWATCH, 2008).

Dennoch steckt in der Bio-Landwirtschaft noch zusätzliches Klimaschutzpotenzial. Beispiele dafür sind emissionsmindernde Maßnahmen in der Düngeausbringung, reduzierte Bodenbearbeitung, sowie ein verbessertes Nährstoffmanagement (BÖLW, 2009). 

 

Wasser

Weniger als ein Prozent des Wassers auf der Welt ist für den Menschen direkt nutzbar (Biodreinull, 2017). In Österreich leben wir in einem Wasserparadies. Klarheit, Frische und Reinheit charakterisieren das österreichische Wasser. Durch den Einsatz von stickstoff- und phosphorhaltigen Düngemittel, chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und Tierarzneimittel (Antibiotika) in der Landwirtschaft wird jedoch das Grund- und Oberflächengewässer gefährdet. Die Bio-Landwirtschaft verzichtet auf leicht auswaschbare, chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Düngemittel, dadurch trägt sie wesentlich zum Schutz der Gewässer bei. Allgemein ist in der Bio-Landwirtschaft die Nährstoffbilanz ausgewogener, vor allem die Stickstoff-Überschüsse sind geringer (BÖLW, S. 46, 2012).

 

Boden

Der Boden ist vielen Gefahren ausgesetzt. Eine davon ist der unmittelbare Bodenverbrauch durch Überbauung und Rohstoffgewinnung. Erosion und Verdichtung sind mechanisch-physikalische Einwirkungen, die ebenso eine Gefahr für den Boden darstellen. Die Bodenerosion bezeichnet den Verlust an Boden durch abtragende Medien (Wasser, Wind, Bodenbearbeitung). Die Bodenverdichtung, das ist das Zusammendrücken der Bodenporen durch starke Belastung, entsteht vor allem durch eine ungeeignete Bodenbewirtschaftung und den Einsatz von schweren Maschinen. Weitere Gefahren stellen der Eintrag von Schadstoffen (Pestiziden, Dünger, Schwermetalle, Säuren) und die land- und forstwirtschaftliche Übernutzung dar (Gerzabek, Folie 112, Bodenkunde, Was ist Boden?). Der Boden ist die Grundlage jedes Landwirtes. Bio-Landwirte ergreifen viele Maßnahmen um den Boden fruchtbar und lebendig zu erhalten. Fruchtfolgen, die richtige Düngung, eine sachgerechte Bodenbearbeitung, Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger sowie die gezielte Förderung von Bodenlebewesen und Humus sind einige davon.
 

Das AMA-Biosiegel für die Umwelt und die Gemeinschaft:

  • Im AMA-Biosiegel-Programm ist der Einsatz von Palmöl und Palmkernöl, sowie daraus hergestellte Fette als Zutat nicht erlaubt.

Bio-Info : Für die Anlage neuer Palmölplantagen wird häufig tropischer Regenwald abgeholzt und Lebensräume werden zerstört.

  • Beim rot-weiß-roten AMA-Biosiegel stammen alle wertbestimmenden Rohstoffe aus Österreich. Die positive Folge: keine langen Transportwege, das ist gut für unsere Umwelt und somit gut für uns.
  • Beim AMA-Biosiegel darf kein Chlor in der Verpackung enthalten sein. Chlorhaltige Verpackungsmaterialien (z.B. PVC) zählen zu den schwer abbaubaren Kunststoffen. Im AMA-Biosiegel-Programm wird empfohlen bei Verpackungen eine umweltschonende Verpackungsart zu wählen.

 

Literaturverzeichnis
Ökologie und Landbau 01,2018,49
BÖLW (2012):  28 Argumente für Bio.
Biodreinull (2017): Internetlink (23.07.18)
BMNT (2017): Bio heißt Vielfalt (Internetlink) (18.07.18)
FIBL (2009): Biolandbau und Biodiversität. Faktenblatt
EU-Bioverordnung 834/2007
FOODWATCH (2008): Internetlink (18.07.18)

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