Bio-Landwirtschaft - Die sieben Eckpfeiler

Die biologische Landwirtschaft hat sich auf sieben Prinzipien, nach denen sie wirtschaftet, geeinigt. Dazu gehören geschlossene Kreisläufe, artgerechte Tierhaltung, sachgerechter Pflanzenschutz und Düngung, Förderung der Bodenfruchtbarkeit, Verzicht auf Gentechnik und die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln.

 

Geschlossene Kreisläufe: Das bedeutet, dass die Tierhaltung eng mit dem Pflanzenbau gekoppelt ist. Am Acker werden neben den Verkaufsfrüchten auch Futterpflanzen für die Nutztiere angebaut, die dann an diese verfüttert werden.  Der Dung der Tiere wird wieder dem Boden zugeführt, sowie auch die Erntereste. Das organische Material im Boden kommt den Pflanzen zu Gute, die sich daraus Nährstoffe holen. Es entsteht ein Kreislauf. Betriebe ohne Nutztiere müssen, um die fehlenden Nährstoffe auszugleichen, einen höheren Anteil an Leguminosen in die Fruchtfolge aufnehmen (Wachendorf et al., 2018).

 

Artgerechte Tierhaltung: Bio-Nutztiere haben mehr Platz zur Verfügung und einen verpflichtenden Zugang ins Freie. Die Tierhaltung ist so ausgelegt, dass die Tiere ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen können. Der Bio-Landwirt steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit den ihm anvertrauten Tieren. Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere spielen ebenfalls eine große Rolle (Wachendorf et al., 2018).

 

Pflanzenschutz: Es dürfen in der Bio-Landwirtschaft keine chemisch - synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Die Bio-Landwirtschaft setzt auf vorbeugende, biologische und mechanische Maßnahmen, um Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter einzudämmen. Zu diesen Maßnahmen zählen eine gut geplante Fruchtfolge, geeignete Arten- und Sortenwahl, Schutz und Förderung von Nützlingen, sowie eine durchdachte Bodenbearbeitung. 

 

Bodenfruchtbarkeit: Der Boden bildet die Grundlage für unsere Ernährung. Ein gesunder, fruchtbarer Boden fördert gesunde und kräftige Pflanzen. Der Bio-Landwirt unterstützt die Bodenfruchtbarkeit unter anderem durch eine sachgerechte Düngung, vielfältige Fruchtfolge und geeignete Bodenbearbeitung. Weiteres verzichtet er auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger. Bodenlebewesen und Humus werden von den Bio-Landwirten gezielt gefördert. 

 

Düngung: In der Bio- Landwirtschaft dürfen keine mineralischen Stickstoffdünger verwendet werden. Statt mineralischen Düngemitteln werden organische Düngemittel eingesetzt. Fruchtfolgen mit hohen Leguminosenanteil liefern wertvollen Stickstoff. Natürliche Prozesse und die Boden-Pflanzen-Wechselwirkungen werden berücksichtigt.

 

Verzicht auf Gentechnik: Die biologische Landwirtschaft verzichtet komplett auf Gentechnik. Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und Erzeugnisse, die aus GVO erzeugt wurden, sind mit dem biologischen Produktionskonzept unvereinbar. (Wachendorf et al., 2018).

 

Hochwertige Lebensmittel: Neben den Umwelt- und Tierschutz Anforderungen, hat sich die Bio-Landwirtschaft zum Ziel gesetzt, hochwertige Nahrungsmittel zu erzeugen. Größtmögliche Naturbelassenheit, weniger Zusatzstoffe und geringere Rückstandswerte sind nur einige der vielen Vorteile von Bio-Lebensmitteln.
 

Literaturverzeichnis
Wachendorf, Bürkert und Graß (2018) Ökologische Landwirtschaft. Stuttgart. Verlag Eugen Ulmer.
EU-Bio-Verordnung (EG) Nr. 834/2007
EU-Bio-Verordnung (EG) Nr. 889/2008

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