Bioprodukte, Regionalität und Saisonalität

Das rot-weiß-rote AMA-Biosiegel nimmt Regionalität und Saisonalität ernst. Nähe bedeutet Verantwortung übernehmen.
Regionalität und SaisonalitätWas wichtig ist

Was bedeutet Regionalität genau? Eine offizielle, einheitliche Definition von Regionalität fehlt zwar, aber es ist deutlich zu spüren, was gemeint ist: Nicht unbedingt Transporte mit Schiff oder Flugzeug um die halbe Welt. Andererseits: Viele Lebensmittel wie Südfrüchte oder Nusssorten wachsen gar nicht in Österreich, werden von den hiesigen Konsumenten dennoch hochgeschätzt. Es ist nicht leicht für den Verbraucher, bei jedem Griff ins Regal zu entscheiden, was den Vorzug bekommen soll: Das Regelwerk für die Einhaltung der Standards biologischer Landwirtschaft und Lebensmittel unabhängig von ihrer Herkunft oder nur die CO2-Bilanz (Carbon foot print) des Lebensmittels? Eine Hilfe ist Saisonalität: Wer darauf achtet, Lebensmittel dann zu kaufen, wenn sie gerade Saison haben (also reif sind), unterstützt damit Nähe. Denn es macht einen Unterschied, ob die Erdbeere im Juni von einem Feld aus der Nähe kommt oder im Dezember aus einem Gewächshaus oder aus einem anderen Erdteil. Aber wer steuert, was wir kaufen können? Da wären einige Faktoren zu nennen. Jeder, der einkauft, sendet mit seiner Entscheidung ein Signal, was nachgefragt wird und was somit bevorzugt wird. Es ist eine Abstimmung, die täglich tausendfach stattfindet: Jeder Kassabeleg ist quasi ein Votum für Regionalität und Nachhaltigkeit. Die AMA-Marketing bietet mit dem AMA-Biosiegel Hilfe zur Entscheidung: Bio-Produktion und Herkunft können als Grundlagen für Kaufentscheidungen dienen.

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RegionalitätBio-Landwirtschaft in der Nähe

Biologische Landwirtschaft nutzt natürliche Abläufe und strebt ökologische Balance an. Deshalb sollen Stoffkreisläufe möglichst lokal geschlossen sein. Das bedeutet zum Beispiel, dass Rinder auf Wiesen weiden und der entstehende Mist und die Gülle wieder als organischer Dünger für die Gras- und Ackerflächen des Betriebes verwendet werden. So muss Dünger praktisch nicht von außerhalb des Hofes zugekauft werden. Wer Lebensmittel aus Bio-Landwirtschaft kauft, unterstützt das Konzept von Kreisläufen und Nähe. Allerdings ist darauf zu achten, welche Herkunft die Bio-Lebensmittel haben. Denn die CO2-Bilanz kann sich verschlechtern, wenn die Lebensmittel zwar aus Bio-Landwirtschaft bzw. –Verarbeitung sind, aber über weite Wege transportiert werden mussten. Daher kann eventuell ein saisonales Lebensmittel aus der Nähe klimaschonender sein, auch wenn es nicht aus Bio-Landwirtschaft stammt. Das AMA-Biosiegel und das EU-Biozeichen geben Information über die Herkunft.

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RegionalitätBio-Lebensmittel, Regionalität und Nachhaltigkeit

Wichtig sind bei Bio-Lebensmitteln auch regionale Lieferketten und nachhaltige Verpackungslösungen. Das können beispielsweise Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen sein, man kann aber auch innovative Ansätze nutzen, wie die Kennzeichnung von Produkten durch Laser-Gravur. Denn die Vorteile von Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Produktion sollten nicht durch lange Transportwege oder Verpackungen aus fossilen Rohstoffen verringert werden. Ein gewisses Ausmaß an Transporten ist nie zu vermeiden. Denn beispielsweise muss auch Milch aus Bio-Landwirtschaft abgeholt, in eine Molkerei gebracht, verarbeitet und als Produkt wieder ausgeliefert werden. Über die Zentrallager der Handelsunternehmen gelangen die Lebensmittel dann in die Regale. Verpackungen sind bei Lebensmitteln oft notwendig. Die Herausforderung bei der Herstellung besteht darin, dass Verpackungen verschiedene, bisweilen gegensätzliche Anforderungen erfüllen müssen: Sie sollen das Lebensmittel schützen ohne dass Inhaltsstoffe von Verpackungsmaterialien in das Lebensmittel migrieren. Das bedeutet, dass (Verpackungs-)Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, bei normaler Verwendung keine gesundheitsgefährdenden Stoffe abgeben und auch nicht Geschmack, Geruch und Aussehen der Produkte beeinträchtigen dürfen. Gleichzeitig müssen Verpackungen umweltfreundlich zu entsorgen, noch besser, zu recyceln sein.

RegionalitätBio-Lebensmittel weltweit – ein Widerspruch?

Bio-Landwirtschaft ist ein Erfolgsmodell, das in vielen Ländern der Welt nachhaltige Landnutzung ermöglicht. Mittlerweile gibt es am Weltmarkt praktisch alle Lebensmittel in Bio-Qualität. Bisweilen müssen sie freilich über weite Strecken transportiert werden müssen. Bei frischen Bio-Lebensmitteln kann dann der optimale Reifezeitpunkt nicht genutzt werden. Bei verarbeiteten Produkten muss darauf geachtet werden, wie und mit welchen Verfahren die Be- und Verarbeitung erfolgt. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Bei Bio-Fruchtjoghurt in der Geschmacksrichtung Banane könnte die Verarbeitung in einem Ursprungsland der Bio-Bananen erfolgen. Allerdings muss auch das Joghurt aus Milch aus Bio-Landwirtschaft stammen. Dieses fertige Produkt dann über weite Strecken gekühlt zu transportieren, ist weder klimaschonend noch kostengünstig. Wenn hingegen Joghurt aus Bio-Milch in Österreich hergestellt wird und dabei Bio-Bananen verarbeitet werden, ist die Klima-Bilanz besser. Denn der Transport der Bio-Bananen kann leichter erfolgen als jener des fertigen Produktes. Für das rot-weiß-roten AMA-Biosiegel darf der Anteil der Bio-Nebenzutat Banane allerdings nicht mehr als ein Drittel ausmachen. Das AMA-Biosiegel und das EU-Biozeichen geben Information über die Herkunft des Produkts.